Wie alles begann
Dank dem Suchabo von homegate.ch stiessen meine Frau und ich Anfang November 2022 auf eine interessante Immobilie. Aus reiner Neugier vereinbarten wir einen Besichtigungstermin – ohne grosse Erwartungen. Doch schon bei der ersten Besichtigung gefiel uns das Objekt: ein zusätzliches Zimmer, eine eigene Waschküche, eine Einzelgarage mit Bastelraum und direktem Zugang zum Treppenhaus. Das fühlte sich sofort nach einer Verbesserung an.
Wir liessen die Unterlagen von unserer Bank prüfen – und erhielten grünes Licht für eine Doppelfinanzierung. Damit begann unser neues Abenteuer: eine Wohnung kaufen, renovieren und gleichzeitig unsere bisherige Eigentumswohnung verkaufen.
Ein gutes Zuhause – aber der Platz wurde knapp
Elf Jahre lang wohnten wir glücklich in unserer Eigentumswohnung im Baurecht. Dank der tiefen Hypothekarzinsen lebten wir sehr günstig. Doch mit der Zeit wuchs das Bedürfnis nach mehr Platz. Ich arbeite hauptsächlich im Homeoffice – und das fehlende Büro machte sich zunehmend bemerkbar. Auch die gemeinsame Waschküche entsprach nicht mehr ganz unseren Vorstellungen.
Selbst ist der Verkäufer
Da ich früher bei homegate.ch gearbeitet habe, ist mir die Immobilienwelt nicht fremd. Deshalb entschieden wir, den Verkauf selbst in die Hand zu nehmen.
Ich erstellte eine eigene Website mit Verkaufsdokumentation (gstaldenstrasse-29.gianfrancco.ch) und versendete am Samichlaus-Tag einen Newsletter an mein Netzwerk. Das Feedback war durchwegs positiv – viele lobten die professionelle Aufbereitung.
Wir boten die Wohnung für CHF 895’000 an, während die Bank sie auf CHF 835’000 schätzte.
Gegenwind auf dem Immobilienmarkt
Ende 2022 änderte sich die Marktsituation spürbar. Die SNB hob nach langer Zeit den Leitzins an, die Hypotheken verteuerten sich, und die Medien berichteten zunehmend kritisch über Wohneigentum. Kein ideales Umfeld für einen privaten Immobilienverkauf.
Ich begann mit einem kostenlosen Inserat auf tutti.ch – und wurde gleich doppelt überrascht:
- Innerhalb weniger Minuten meldeten sich unzählige Makler, die die Wohnung vermarkten wollten.
- Mein Inserat erschien plötzlich automatisch auf homegate.ch – jedoch in unvorteilhafter Darstellung.
Nach dieser Erfahrung nahm ich das Inserat offline und startete neu – diesmal professionell und kostenpflichtig auf homegate.ch.
Viele Gespräche, wenig Bewegung
Die Wochen zogen ins Land, doch die Nachfrage blieb bescheiden. Zwei Besichtigungen – keine Angebote.
Ich traf mich mit mehreren Maklern, um ein Gefühl für den Markt zu bekommen. Einige wollten nur Exklusivmandate, andere waren ehrlich und realistisch. Die Einschätzungen lagen zwischen CHF 820’000 und 840’000.
Schliesslich startete ich mit einem regionalen Makler, der unsere Immobilie in seinem Netzwerk vorstellte – und tatsächlich: Es gab wieder mehr Bewegung, mehrere Besichtigungen. Doch kein konkretes Angebot.
Warum sich niemand verliebte
Zwei Hauptgründe tauchten immer wieder auf:
- Baurecht: Viele verstehen das Konzept nicht oder schrecken davor zurück. Dabei war genau das für uns damals die Chance, überhaupt Eigentum zu erwerben.
- Kein Lift: Unsere Wohnung im 3. OG ohne Lift schien für manche ein Ausschlusskriterium zu sein.
Ein Hoffnungsschimmer
Im Juni meldete sich endlich ein ernsthaft interessierter Käufer aus Horgen – ein junger Mann, den ich sogar persönlich kannte.
Doch die Finanzierung erwies sich als Hürde: Banken tun sich mit Baurechtsobjekten schwer, einige verlangten bis zu 50 % Eigenmittel.
Der Endspurt
Nach einem emotionalen Auf und Ab kam im September 2023 endlich Bewegung in die Sache:
Alle Unterlagen waren bereit, der Notartermin stand – und nach fast einem Jahr zwischen Hoffnung und Zweifel wurde der Verkauf beurkundet.
Meine Frau und ich waren erleichtert – und glücklich, dieses Kapitel erfolgreich abzuschliessen. Heute geniessen wir unsere neue Eigentumswohnung und blicken mit einem Lächeln auf eine intensive, lehrreiche Zeit zurück.
